Jan Koster

‘de ramen’
Cologne, March 31 - April 29, 2006

Press Release
De Ramen

Jan Koster setzte sich in den letzten Jahren intensiv mit der fotografischen Darstellung niederländischer Flusslandschaften auseinander. In der Galerie Michael Janssen präsentiert er nun eine fotografische Serie, in dessen Fokus alltägliche Momentaufnahmen im Leben unterschiedlicher Frauen zu einem voyeuristischen Augenblick gerinnen. Durch die konzeptuelle Strenge seiner registrierenden Verfahrensweise mittels der Kamera erhalten die Fotografien eine scheinbare Objektivität.

Einen Sommer lang widmete sich der Künstler einer einzigen, simplen Tätigkeit: aus einem Fenster seines Amsterdamer Apartments sucht er im gegenüberliegenden Gebäude nach seinem Motiv. Er observierte mehrere Stunden am Tag unterschiedliche Frauen in ihrem Lebensalltag. Auf diese Weise ist eine Serie von Fotografien entstanden, die dem Betrachter einen intimen Augenblick im Leben dieser Frauen offenbart. Sie liegen auf dem Bett, sitzen auf einem Sessel oder stehen im Raum. Hinter der Protektion von Fensterscheiben und von dunklem, massivem Mauerwerk gerahmt, eröffnen sich dem Betrachter Interieurs, denen er sich nicht zu entziehen vermag. Verstärkt wird die große Anziehungskraft der Fotografien durch das bewusst gewählte kleine Format (20 x 30 cm). Dieser marginale Ausschnitt eines Interieurs und dessen Innenleben fordern den Betrachter regelrecht auf, näher heranzutreten, um schlüssellochgleich einen Blick in eine 'geheimnisvolle' Welt zu erhaschen. Die Fenster markieren die Grenzflächen zwischen Innen- und Außenwelt, gleichzeitig fungieren sie als Rahmen für die Interieurs und lassen die anmutigen Konturen der Frauenkörper schärfer hervortreten.

Der Künstler dringt mit seiner Kamera in den Innenraum, der sich schützend hinter einem Fensterglas, einer Jalousie oder manchmal auch hinter einem zur Hälfte zugezogenen Vorhang verbirgt. Das Innenleben hinter dem Fenster tritt in den Fotografien an die Oberfläche. Die Frauenkörper, die mal in einem diffusen hellen Licht, mal in einem Schatten auftauchen, sind jeglichem Handlungsraum entzogen und werden bei Koster zur Pose und Inszenierung einer Momentaufnahme. Der Künstler begibt sich auf ein spannungsvolles Wechselspiel von Beobachten und Beobachtet werden.